
Auf der Schlebusch-Harkorter Kohlenbahn © ADFC Hattingen, September 2021
Schlebusch-Harkorter Kohlenbahn
Die Schlebusch-Harkorter Kohlenbahn war eine frühe Bahntrasse zwischen Silschede und Haspe, und ist teilweise heute noch als Wanderweg und bedingt als Radweg erhalten. Der südliche Teil ist heute durch Straßen überbaut.
Die Schlebusch-Harkorter Kohlenbahn, auch Harkorter oder Silscheder Kohlenbahn genannt, war eine Schmalspurbahn, die die Zeche Trappe in Schlebusch bei Silschede mit der Harkort’schen Fabrik in Haspe und später mit der Hasper Hütte verband. Sie versorgte die Industrie an der Ennepe mit Steinkohlen aus dem Bergbaurevier Schlebusch und entsorgte später Schlacke zur Halde Enerke in Volmarstein.
Geschichte
Die Familie Harkort betrieb im vorindustriellen Gebiet der Enneperstraße die Herstellung und den Handel von Sensen und Sicheln sowie Waffen und Küchengeräten. Um die Familienbetriebe mit Kohlen zu versorgen, wurde am 14. Juli 1820 ein Konsortium zur Errichtung des Schlebusch-Harkorter Bahnprojektes auf Haus Crengeldanz in Witten gegründet, woran Friedrich Harkort führend beteiligt war.
Der erste Teilabschnitt wurde bereits 1828 als Pferdeeisenbahn in Betrieb genommen, ein weiterer Abschnitt Ende des Jahres 1829, sieben Jahre vor der Ludwigseisenbahn von Nürnberg nach Fürth und drei Jahre vor der Deilthaler Eisenbahn. Ab 1877 wurde die Pferdebahn auf den Betrieb mit Dampflokomotiven umgestellt.
Mit dem Bau der Kohlenbahn von Schee nach Silschede um 1889, Teil der heutigen Glückauf-Trasse, verlor die Schlebusch-Harkorter Kohlenbahn an Bedeutung. Ab 1906 wurde das Teilstück Enerke–Haspe durch das Hasper Eisen- und Stahlwerk zum Schlackentransport betrieben. Den Nordwestlichen Teil der Kohlenbahn benutzte bis 1959 die Firma Knorr-Bremse in Schmandbruch als Werksbahn zum Bahnhof Silschede. Die Hasper Hütte gab 1965 ihren Schlackentransport über die Kohlenbahn auf. Im Mai 1966 wurde die Grundschöttler Straße, an deren Rand die Bahn verlief, verbreitert und das Gleis in diesem Bereich entfernt.
Rad- und Wanderweg
Der Nordwestliche Teil von der Esborner bis zur Schelmer Straße (B 234) ist als Wanderweg erhalten und kann bei trockenem Wetter auch als Singletrail mit dem Rad genutzt werden. Von der Esborner Straße am provisorischen Von-Ruhr-zur-Ruhr-Radweg erfolgt die Zufahrt zur Trasse über Auf dem Böcken und einen schmalen Trail am Ende der Sackgasse. Richtung Haspe gibt es von Stork attraktivere, autoärmere Alternativen mit dem Rad, als über An der Kohlenbahn und Grundschöttler Straße zu fahren, z. B. über Berge-Knapp zum Enneperadweg.








